BPatG: "Product Concept" nicht eintragungsfähig
In der Beschwerdesache 25 W (pat) 68/04 hatte sich das Bundespatentgericht (BPatG) mit der Unterscheidungskraft der Bezeichnung PRODUCT CONCEPT im Rahmen einer zurückgewiesenen Markenanmeldung zu befassen.

Die Marke war für die Waren- und Dienstleistungsklassen Nr. 06, 14, 16, 20, 35, 38 und 42 angemeldet worden. Per Beschluss wie das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) die Anmeldung vollständig zurück. Die Anmelderin legte gegen den Beschluss beim BPatG Beschwerde ein.

Der BPatG wies die beschwerde zurück und begründete seine Entscheidung unter anderem wie folgt:

Die zulässige Beschwerde hat in der Sache keinen Erfolg, weil die Bezeichnung "PRODUCT CONCEPT" für die beanspruchten Waren und Dienstleistungen nicht über das erforderliche Mindestmaß an Unterscheidungskraft gemäß 8 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG verfügt.

... Auch die grafische Ausgestaltung hat die Markenstelle zutreffend als nicht geeignet angesehen, die Unterscheidungskraft zu begründen. Es ist anerkannt, dass einem kombinierten Wort-/Bildzeichen - unbeschadet der fehlenden Unterscheidungskraft seiner Wortelemente - als Gesamtheit Unterscheidungskraft zugesprochen werden kann, wenn die graphischen Elemente ihrerseits charakteristische Merkmale aufweisen, in denen der Verkehr einen Herkunftshinweis sieht (vgl. BGH GRUR 1991, 136, 137 - NEW MAN). Allerdings vermögen einfache graphische Gestaltungen oder Verzierungen des Schriftbilds ohne jede Eigenart, die lediglich der Hervorhebung des Schriftzugs dienen und an die sich der Verkehr etwa durch häufige werbemäßige Verwendung gewöhnt hat, eine fehlende Unterscheidungskraft der Wörter ebenso wenig aufzuwiegen, wie derartige einfache graphische Gestaltungselemente auch für sich wegen fehlender Unterscheidungskraft nicht als Marke eingetragen werden können (BGH GRUR 2000, 502, 503 f. - St. Pauli Girl; GRUR 2001, 413, 415 - SWATCH; GRUR 2001, 1153, 1154 - an-tiKALK). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die graphische Ausgestaltung einer Wortmarke in einer naheliegenden Form um so weniger die erforderliche Unterscheidungskraft begründen kann, je deutlicher ein unmittelbarer Bezug der Bezeichnung zu den beanspruchten Waren erkennbar ist (vgl. BPatGE 36, 29 - Color COLLECTION). Für eine glatt warenbeschreibende Angabe wie "PRODUCT CONCEPT" bedürfte es deshalb einer über eine allgemein übliche Gebrauchsgrafik hinausgehenden, phantasievollen Ausgestaltung, um von der durch die Zeichenwörter vermittelten Sachaussage wegzuführen und ein Verständnis im Sinne eines betrieblichen Herkunftshinweises zu ermöglichen.

Quelle: Veröffentlichung des BPatG vom 25.09.2006

Haben Sie Fragen zum Markenrecht? Kontaktieren Sie uns: Ihr Ansprechpartner für den Schwerpunkt Markenrecht ist Rechtsanwalt Florian Giese.

Weitere Informationen zum Markenrecht ...

 >> Impressum/Pflichtangaben/Nutzungsbedingungen/Datenschutzhinweis
 >> Der Inhalt der Website stellt keine Rechtsberatung dar
 © 1999-2006 für alle Inhalte & Design Giese Rechtsanwälte/Rechtsanwalt Florian Giese
 >> Bildquellen: © Hemera Technologies Inc./www.photocase.com/Apple Computer Inc.


  Topthema


Medialaw-News Rechtsnachrichten
In dieser Rubrik informieren wir Sie über Neuigkeiten aus Rechtsprechung und Medienwirtschaft. mehr ...

Medialaw-Newsletter
Um stets informiert zu bleiben, empfehlen wir die Bestellung unseres Newsletters. mehr ...

Beiträge & Urteile

Wettbewerbsrecht: Über die Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Urheberrecht: Überblick über das Urheberrecht und dessen Neuerungen.

Gewerblicher Rechtsschutz

Kammergericht: Kein Anspruch Prominenter auf generelle Untersagung der Verbreitung von Privatfotos

Erbrecht: Die Testamentsvollstreckung

BGH: Kontaktanzeigen Prostituierter in Zeitungen nicht wettbewerbswidrig

Presserecht: Größe einer Gegendarstellung auf Illustrierten-Titelseite (OLG Karlsruhe)

BGH: Werbeprämien für den Erwerb von Medizinprodukten unzulässig

BGH: Werbung für Handy-Klingeltöne in Jugendzeitschriften

LG München I: Einwilligung in die Verwendung von Kundendaten

BGH: Verträge über R-Gespräche

BGH: Günstige Probeabonnements für Zeitschriften sind zulässig

LG München I: Handel mit „gebrauchten“ Softwarelizenzen

LG Osnabrück: Anfechtbarkeit einer irrtümlich falschen Preisangabe im Internet